/, Ernährung, Gesundheit, inpunkto health/Jodiertes Speisesalz – wirklich gesund?

Jodiertes Speisesalz – wirklich gesund?

In Deutschland verwenden rund 80 Prozent der Haushalte jodiertes Speisesalz. Doch ist das wirklich notwendig und vor allem: ist das auch gesund?

Beantworten wir aber zuerst die Frage, was Jod überhaupt ist: bei Jod handelt es sich um ein essentielles, das heißt notwendiges Spurenelement, das über die Nahrung zugeführt werden muss. Jod ist für ein einwandfreies Funktioneren der Schilddrüse unabdingbar. Ein Mangel kann folglich zu Schilddrüsenerkrankungen sowie Bildung von Kröpfen (Schwellung der Schilddrüse) führen.

Deutschland wird immer wieder als jodarmes Gebiet bezeichnet, unter anderem auch von der WOH (World Health Organization). Aus diesem Grund wurde bereits 1976 in Deutschland jodiertes Speisesalz eingeführt, welches heutzutage nicht nur in sämtlichen Haushalten sondern auch von Bäckern, Metzgern, Lebensmittelherstellern, Tierfutterherstellern und Gastronomiebetrieben verwendet wird und somit in vielen Lebensmitteln vorkommt. Interessant ist allerdings, dass Jod in Deutschland weitreichend zu finden ist und nachgewiesen werden kann: in Mineralien und Gesteinen sowie in Gewässern und Böden. In Europa ist Deutschland sogar das Land mit der größten Anzahl jodhaltiger Heilquellen. Wie es dann zur Bezeichnung “jodarmes Gebiet” kommen kann, bleibt wohl ein Rätsel…

Noch interessanter ist nun, wie das Jod ins Speisesalz kommt. Hierzu sollte man wissen, dass die Gewinnung von Jod sehr kostenintensiv ist. Und so kam die Industrie auf die Idee der Rückgewinnung, also des Recyclings. Denn auch die Industrie benötigt Jod, und zwar bei der Produktion von Druckerpatronen, Katalysatoren, Medikamenten, Desinfektionsmitteln und sogar Röntgenkontrastmitteln, welche irgendwann auch mal teuer als Sondermüll entsorgt werden müssen. Also wird Jod aus den hochgiftigen Abfallprodukten gewonnen und an die Salzfirmen verkauft um jodiertes Speisesalz herzustellen. Sogar röntgenkontrastmittelhaltige Krankhausabwässer und andere giftige Industrieabwässer, die sonst teuer entsorgt werden müssten, werden zu diesem Zweck recycelt. Somit landet im Speisesalz kein organisches Jod, sondern künstliches anorganisches Jod (Kaliumjodid), welches der menschliche Körper jedoch nicht verwerten kann und auf verschiedenste Wege wieder ausscheidet – unter anderem beispielsweise über die Schleimhäute (Schnupfen) oder über die Haut (Pickel). Und wieder einmal haben wir hier einen glorreichen Schachzug der Industrie frei nach dem Motto “aus Müll mach Geld”.

Die eingangs erwähnte Frage, ob jodiertes Sepiesalz auch gesund ist, kann sich jetzt jeder selbst beantworten. Mahlzeit!

2018-11-13T22:09:23+00:00