////Kleine Ernährungskunde: Proteine

Kleine Ernährungskunde: Proteine

Heute dreht sich in unserer Ernährungskunde alles um den Makronährstoff Protein.

Nährstoffe, die wir über die Nahrung aufnehmen, werden in zwei Gruppen unterteilt: Makronährstoffe und Mikronährstoffe. Zu den Makronährstoffen – auch Makros genannt – zählen Proteine, Kohlenhydrate, Fette und Wasser. Diese versorgen uns täglich mit Energie. Die Mikronährstoffe hingegen sind zuständig für die Stoffwechselprozesse. Zu den „Mikros“ zählen Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente.

Unsere Reihe der kleinen Ernährungskunde beginnt mit den Makros. In diesem ersten Beitrag geht es um das Protein.

Wirkung

Protein – auch Eiweiß genannt – ist der Baustoff für unsere Zellen und damit auch für unsere Muskeln. Ihre wichtigste Funktion ist es, Zellen neu aufzubauen und Zellen zu reparieren. Des Weiteren sind Proteine wesentlich bei verschiedenen Stoffwechselprozessen und bei der Hormonproduktion. So gibt es verschiedene Proteintypen mit unterschiedlichen Aufgaben und Funktionen. Die bedeutendsten sind

  • Transportproteine, welche für die Aufspaltung von Kohlenhydraten und Fetten benötigt werden.
  • Enzyme, die im Stoffwechsel eine zentrale Rollen spielen
  • Schutzproteine – auch Antikörper – die unseren Körper vor Krankheiten schützen

Aufbau

Die Bausteine von Protein sind Aminosäuren. Von den insgesamt 20 Aminosäuren sind acht essenziell, das heißt, diese können vom Körper nicht selbst hergestellt werden und müssen über die Nahrung aufgenommen werden.

Bedarf

Protein hat einen Energiegehalt von 4,1 Kilokalorien (kcal) pro Gramm. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) definiert einen täglichen Bedarf von 0,8 – 0,9 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Bei körperlich schwer arbeitenden Menschen und insbesondere bei Sportlern steigt dieser Bedarf jedoch schnell auf bis zu 2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht.

Vorkommen

Gute Quellen für Proteine mit hoher Wertigkeit sind Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte. Aber auch pflanzliche Proteine glänzen mit einer sehr guten Aminosäurenbilanz und Wertigkeit, darunter Nüsse, Samen, Hülsenfrüchte, Kartoffeln und Soja. Bevorzugt werden sollten – wie immer – Bio-Produkte. Das trifft besonders auf Soja zu, da dieses in der Nicht-Bio-Variante weltweit zu rund 80 % als Futtermittel verwendet wird. Die Folge dessen ist, dass die Sojabohne nicht nur stark verändert wurde und nahezu immer mit Pestiziden versetzt ist, sondern dass auch zu Gunsten des Sojaanbaus wertvolle Lebensräume wie beispielsweise Trockenwälder, Nebelwälder und Regenwälder zerstört werden.

Unter den Nahrungsergänzungsmitteln sind als die Quellen mit der höchsten biologischen Wertigkeit und somit Verwertbarkeit für den menschlichen Körper Molkeprotein (auch Whey-Protein) und Reisprotein zu bevorzugen. Auch Hanfprotein und Erbsenprotein sind gute Eiweißlieferanten, wenn auch deren Proteingehalt auf 100 Gramm gesehen etwas geringer ist.

Mangelerscheinung

Durch die zahlreichen wichtigen Funktionen in unserem Körper ist Protein für uns essenziell. Bei einer Unterversorgung kann es zu Mangelerscheinungen kommen wie Wachstumsstörungen, Muskelschwäche, Fettleber, Haarausfall und bei anhaltendem Eiweißmangel schließlich zum Tod.

2018-01-30T12:59:09+00:00