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Stechmücken und Zecken – Tipps gegen fiese Biester

Da sitzt man abends beim Grillen oder tagsüber mit den Kindern am Baggersee. Es ist gemütlich und warm. Der Sommer ist herrlich. Nachts mit offenem Fenster schlafen und barfuß durch die Wiesen laufen. Es könnte so schön sein. Wenn da nicht etwas wäre, das diese wunderbare Friedlichkeit des Sommers stören würde: Stechmücken und Zecken.

Mit Vitamin B1 gegen Stechmücken und Zecken

Mücken sind kleine Biester, deren Weibchen zur Heranreifung ihres Nachwuchses Blut benötigen. Auch Zecken wollen nur eines: Unser Blut. Um sich gegen die Blutsauger zu wehren, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Am einfachsten und nebenwirkungsfrei umzusetzen ist es, sich durch Fliegengitter an den Fenstern zu schützen. Draußen nützt das natürlich wenig. Manch einer isst viel Knoblauch, von anderen hört man, sie würden sich mit Bier einreiben oder sich zuckerarm ernähren, damit das Blut weniger süß ist und den Mücken nicht so gut schmeckt. Dr. Markus Frühwein, der in München eine Praxis für Allgemein-, Tropen- und Reisemedizin betreibt, kann solche Methoden allerdings kaum ernst nehmen. „Das einzige, mit dem man durch seine Ernährung Einfluss nehmen kann, ist Vitamin B1. Das jedoch in ausreichender Menge über die Ernährung aufzunehmen, ist kaum möglich. Allerdings gibt es Tabletten.“ Für eine zuverlässige Mückenabwehr sei dagegen ein Mückenschutz aus der Apotheke notwendig.

Auch Duftstoffe können helfen

Frühwein betont dabei, dass viele der Mückenabwehrmittel über Duftstoffe aktiv werden. Daher kann sich der Experte auch vorstellen, dass es zumindest etwas Schutz bieten könnte, sich mit Bier einzureiben. Der starke Geruch könnte Mücken abschrecken. Ob man allerdings nach Bier stinkend zur Gartenparty gehen möchte, bleibt dahingestellt. Dagegen empfiehlt Frühwein konkret chemische Mittel mit dem Wirkstoff Icaridin. Es wird kaum über die Haut aufgenommen und ist auch schon für Kinder zugelassen. Es soll auch gegen Zecken wirken. DEET als Wirkstoff ist ebenfalls möglich. Auch wenn es gut verträglich ist: Es bleibt Chemie – das sollten Eltern bei der Anwendung bei ihrem Kind nicht vergessen und überlegen, wann und ob ein Mückenschutz tatsächlich notwendig ist.

Behandlung der Mückenstiche mit Hausmitteln, Homöopathie und Medikamenten

Wenn die Mücke dann mal gestochen hat, sollten Betroffene zunächst in die Hausapotheke greifen. Kinderarzt PD Dr. Udo Meißner aus Bamberg empfiehlt den Stich mit einem Eiswürfel zu kühlen oder eine frisch aufgeschnittene Zwiebel auf die Stelle zu drücken. Auch Essig oder frischer Zitronensaft können helfen, ebenso wie Quark, der entzündungshemmend wirkt und kühlt. Gerade Eltern interessieren sich immer mehr für homöopathische Behandlungsmöglichkeiten. Bei Insektenstichen kommen nach Meinung des Kinderarztes insbesondere die drei Mittel ledum, apis mellifica und apisinum zur Wahl. Welches das richtige Mittel ist, sollte jeweils ein Spezialist klären. Dennoch bietet die Kühlung und Behandlung des Stiches vor Ort schnellere und größere Erfolgschancen. Dr. Markus Frühwein empfiehlt, sollten die Hausmittel nicht helfen, zum Fenistil-Gel zu greifen. Das nimmt den Juckreiz und hilft allergische Sofortreaktionen zu bekämpfen. Bei extremen Schwellungen können Betroffene (vor allem bei Kindern erst nach Rücksprache mit dem Arzt) eine leichte Kortisonsalbe nutzen.

Wenn Mückenstiche gefährlich werden

Gefährlich werden Mückenstiche erst, wenn es zu einer Infektion kommt. Das sieht man daran, dass die Einstichstelle warm wird und glasig aussieht. Auch eine Ausbreitung des geröteten Bereiches und in letzter Instanz auch Fieber zeigen eine Infektion an. Da heißt es dann: ab zum Arzt.

Behandlung von Zeckenbissen und: wie gefährlich sind Stiche eigentlich?

Dass ernsthafte Krankheiten durch Mücken übertragen werden, ist bei und uns in Mitteleuropa praktisch nicht der Fall. Etwas anders sieht es bei den Zecken aus. FSME ist die bekannteste Krankheit, aber bei weitem nicht die Einzige. Wichtig dabei zu wissen: Die Gefahr nach einer FSME-Erkrankung (die per se recht unwahrscheinlich ist) bleibende Schäden zurückzubehalten ist bei steigendem Alter immer höher. Wer sein Kind gegen FSME impfen lassen möchte, sollte konsequenterweise vor allem auch selbst zur Impfung gehen, betont Kinderarzt PD Dr. Udo Meißner. Gegen viele andere Krankheiten, die von Zecken übertragen werden können, gibt es keine Impfung. Vor allem auch nicht gegen Borreliose. Meißner warnt jedoch davor in Panik zu verfallen, wenn man von einer Zecke gebissen wurde. „Dass bei einem Zeckenstich etwas Ernsthaftes passiert, ist sehr unwahrscheinlich“, so der erfahrene Mediziner. Wer die Zecke baldmöglichst mit einer sauberen Pinzette entfernt, hat alles Notwendige getan. Dabei zieht man die Zecke langsam mit steigendem Druck neigend aus der Einstichstelle. Wenn etwas von der Zecke in der Haut zurückbleibt, wird es später vom Körper selbst abgestoßen. Eine leichte Rötung auch nach Entfernen der Zecke ist normal. Erst wenn sich die Stelle entzündet oder gerötet bleibt, sollte man zum Arzt gehen.

Weiterführende Informationen zu diesem Thema und Reisetipps für Auslandsaufenthalte:

Dr. Frühwein & Partner
Praxis für Allgemein-, Tropen- & Reisemedizin in München
www.drfruehwein.de

2018-01-30T12:58:56+00:00